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Helft uns, Vielfalt zu bewahren!

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18. Juni 2015 von

Wie fast jede Universität in Deutschland, ist natürlich auch die Uni Greifswald von finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Es muss an allen Ecken und Enden gespart werden, was das Zeug hält. Jetzt aber geht an die Substanz:

Neben der Musikwissenschaft trifft es in Greifswald mit der Baltistik und der Slawistik Fächer, die einen wichtigen Stellenwert für den Forschungsschwerpunkt Ostseeraum haben. Besonders die Baltistik ist für Greifswald wichtig, denn es gibt in Deutschland keinen einzigen anderen Standort, an dem dieses Fach im Bachelor ÜBERHAUPT noch studiert werden kann. Wenn die Lehre nicht aufrecht erhalten werden kann, ist es vorbei mit der Möglichkeit, sich als Expertin für die baltischen Länder ausbilden zu lassen, diese Kulturen zu entdecken und Sprachen zu lernen.

Stellt Fragen über die Fächer Baltistik und Ukrainistik (und natürlich auch Musikwissenschaft). Sorgt mit uns dafür, dass wir gehört werden.


Mal rauskommen: Literarische Entdeckungen im Oderbruch

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31. Mai 2015 von

Das Pfingswochenende war wieder eine gute Gelegenheit, mal wegzukommen aus den eigenen vier Wänden. Diesmal kommt die Entdeckung von Rebecca, die mit mir eine Behausung und viel Enthusiasmus für Literatur teilt. Ihre (leider) seltenen Blogbeiträge auf dem eigenen Blog sind definitiv auch einen Besuch wert!

Wer denkt, dass es abseits von Potsdam nichts Kulturelles in Brandenburg gibt, der hat weit gefehlt. Auf den Spuren Theodor Fontanes weilend, entdeckten wir bei unseren Fahrradtouren den ehemaligen Sitz der Friedländer Frauen in Kunersdorf.


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Mal rauskommen: Till Richter Museum

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23. Mai 2015 von

Der Feiertag der letzten Woche war wieder mal die Gelegenheit, sich ins Auto zu setzen und den Tag irgendwo in Vorpommern zu vertrödeln. Die Vorbereitung lief wiederum recht ungeplant über die Webseite Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern, die ein wahrer Schatz ist. Eigentlich wollten wir Geocachen und ein paar verfallene Häuser besuchen. Aber dann dachten wir: Ein bisschen Kunst geht immer und machten uns auf den Weg nach Buggenhagen zum Till-Richter-Museum, das nach eigener Aussage das einzige Museum für Zeitgenössische Kunst in ganz Mecklenburg-Vorpommern ist.




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Ein Ort an der Ostsee: Hans Werner Richter

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6. März 2014 von

Hans Werner Richters Geschichten aus Bansin standen ja schon lange auf meiner Wunschliste und ich hatte das Glück, dass mir dieses Buch vor einiger Zeit vo freundlichen Menschen geschenkt worden ist. Weil mein Stapel ungelesener Bücher allerdings bald meine Körperhöhe erreicht hat, dauert es immer länger, bis ich endlich an solche kleinen erholsamen Geschichten herankomme zwischen all den dicken, langen, schweren Erzählungen großer und kleinerer Autoren. Jetzt aber endlich war es zwischen Clemens Meyer und Wolfgang Vulpius (ja genau, diese Famile Vulpius) Zeit, sich mal eine regionale Auszeit zu gönnen.

Richter erzählt in mehreren kurzen Geschichten vom Leben in Bansin - vom Kaiserrreich bis zum Sozialismus. Einerseits ist es auch eine Geschichte des Ortes, wenn er dabei aufzählt, in welcher Zahl die Badegäste zugenommen haben und wie sich die Hotellandschaft verändert. Andererseits stehen oft eben auch die alltäglichen Dinge der Einwohner im Vordergrund. Richter erzählt von den Fischern und wie sein Vater ihn mitnahm, von der zweiten Einkommensquelle der Familie in Form einer Tankstelle und Chauffeursunterkünften und vom Bansin des Sozialismus.

Insgesamt ist es ein nettes Buch für zwischendurch. Die Geschichten sind kurz genug für ein kleines Schmunzeln zwischen anderen Tätigkeiten (ich lese es zur Entspannung zwischendurch in der Bibliothek beim Arbeiten), aber sie sind keine literarischen Glanzpunkte.


Gesehen: Jurga Tumasonyte und Clemens Meyer haben gelesen

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9. November 2013 von

Ich habe es tatsächlich auch nur zu diesen 2 Lesungen geschafft, die im Rahmen der Tagung Junge Literatur in Europa stattgefunden haben. Kopfschmerzen halten mich heute von den letzten Lesungen leider auch ab. Trotzdem waren die beiden, die ich gesehen habe, sehr interessant.

Jurga Tumasonyte hat in Zusammenarbeit mit Liane Klein vom Institut für Baltistik der Uni Greifswald 2 ihrer Erzählungen vorgestellt und nicht, wie im Programm angegeben, ihren kommenden Roman. Das macht aber gar nichts, denn auch ihre Erzählungen sind gut anzuhören. Die Autorin hat kurz selbst in litauischer Sprache gelesen, bevor die deutschen Übersetzungen zu hören waren. Es blieb leider nur wenig Zeit für Fragen aus dem Publikum, die sich im groben vor allem darum drehten, ob sie von ihrem Schreiben leben kann und wie hoch die Auflagen für litauische Literatur im eigenen Land sind. 

Am Abend dann las Clemens Meyer im Café Koeppen aus seinem Roman "Im Stein" und jeder, der schon früh da war, war gut beraten, denn selbst der letzte hereingebrachte Stuhl war schon lange vor Beginn der Lesung besetzt. Die Stunde, die die Veranstaltung dauern sollte, ging so schnell herum, dass man sich wünschte, der Autor würde auch einfach weiter lesen oder im Zusammenspiel mit seinem Moderator weiter diskutieren und uns an seinen sponanten Weisheiten teilhaben lassen. Da wurde die Postmoderne abgekanzelt ("Was soll das sein? Moderne Post vielleicht!"), die Vorteile der Badewanne für den Schreibprozesse ergründet ("Duschen ist so flüchtig.") und über die Variation im eigenen Werk gesprochen.

Am Ende des Abends konnte das Publikum gut unterhalten und mit der perfekten Ausrede für die Pause im Schaffensprozess nach Hause gehen. "Der Meister muss auf seinem Kanapee ruhen, denn es reift in ihm."

Nachtrag: Schade, dass mein monatliches Budget keine Ausgabe von "Im Stein" zum Signieren zugelassen hat. Muss also doch das autogrammlose Bibliotheksexemplar ran.


Veranstaltung: Junge Autoren in Europa

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31. Oktober 2013 von

In der nächsten Woche findet - ganz ohne großes Tamtam - eine Veranstaltung in Greifswald statt, die für jeden Literaturliebhaber spannend sein sollte. Die Hans-Werner-Richter-Stiftung veranstaltet Lesungen unter dem Titel Junge Literatur in Europa 2013. Die Teilnehmer kommen aus Österreich, Deutschland, Rumänien, Tschechien, Litauen, Estland und Finnland.

Alle Autoren werden jeweils eine halbe Stunde aus ihren Werken lesen, danach gibt es moderierte Gesprächsrunden mit Literaturwissenschaftlern, Verlegern und anderen Fachleuten. Zuhörer sind dazu herzlich eingeladen.


Einigen von Euch ist sicher zumindest der Name Clemens Meyer ein Begriff. Der hat in diesem Jahr seinen neuen Roman Im Stein veröffentlicht, der es auch bis auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat. Aus diesem neuen Werk wird der Schriftsteller in einer Sonderlesung am kommenden Freitag im Koeppenhaus lesen.

Alle Informationen und Termine findet ihr im Programm.


Gelesen: Grenzfall

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20. August 2013 von

via Argument Verlag
Nach der Anthologie Meine Ostsee war es Zeit für ein Buch, in dem Mecklenburg-Vorpommern nicht nur schöne und idyllische Seiten hat. Dafür eignet sich doch nichts besser als ein Krimi und Merle Kröger hat mit "Grenzfall" einen geschrieben, der nicht einfach nur ein Whodunnit ist. Stattdessen wird es politisch.

Darum geht es

1992, im Morgengrauen eines Sommertages, kommt es in der Nähe der kleinen Hansestadt Kollwitz in Vorpommern zu einer Kette von Ereignissen, die mit dem Tod zweier Menschen endet. Nur wenige Monate vor dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen werden 2 Roma im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Polen erschossen und nur wenig später brennt das Asylheim in Kollwitz. Erst 2012 kommen neue Erkenntnisse ans Licht, die Klarheit schaffen können.



"Sie sagt es waren Einzelne. Arno hat schon Anzeige bei der Polizei erstattet. Sie will nicht, dass wir glauben, dass alle hier -" Marius brachte seine Tochter mit einer kurzen Handbewegung zum Schweigen. Hier herrschte ein Krieg, der nicht seiner war. Er wollte nur weg, irgendwohin, wo er eine Arbeit finden und die Familie ernähren konnte. Stattdessen wartete er nun schon über ein Jahr auf die nötigen Papiere. Er zeigte auf das Kreuz. "Kann sie es an einem sicheren Ort für mich aufbewahren?" Adriana übersetzte, die Frau deutete auf den Altarraum und sagte etwas. "Hier drin wird es niemand wagen , es anzurühren." Marius nickte. "Ich fahre nach Rumänien, um die Papiere für die Überführung zu besorgen." Er sah, wie Adriana zusammenfuhr. Sie wusste, was das hieß. Er würde unterwegs sein. Und sie musste für die beiden Kleinen sorgen, Vater und Mutter zugleich sein. Mit vierzehn Jahren. Sie würde es schaffen.
Das meine ich

"In Europa fallen die Grenzen." "Europa wächst zusammen." Sätze wie diese sprechen von Grenzen - von Landesgrenzen, Grenzen im Denken, Grenzen zwischen den Kulturen Europas. Und auch die Literatur kennt den Begriff der Grenze und der Grenzüberschreitung in mehrerer Hinsicht. Für die Strukturalisten ist die Grenzüberschreitung ein wichtiges Element des Erzählens, denn hier erst entwickelt sich Handlung. Der Held überschreitet eine Grenze, er betritt einen anderen Raum und was er dort findet entscheidet über den weiteren Verlauf der Erzählung. Eine andere Verwendung des Grenzbegriffs findet sich auf der kulturellen Ebene. Die Grenze manifestiert sich hier in der Unterschiedlichkeit der Kulturen - sowohl visuell als auch gedanklich. Und nicht zu vergessen ist die offensichtlichste Verwendungsmöglichkeit als "Grenzliteratur", Literatur, deren Handlung an Grenzen abläuft.

So vielfältig in der Literatur der Begriff der Grenze verwendet wird, so vielfältig findet er sich auch in Merle Krögers Roman "Grenzfall" wieder. So ist die Ermordung der beiden Männer ein "Grenzfall" in dem Sinne, dass er im deutsch-polnischen Grenzgebiet stattfindet. Daneben aber kann der Titel auch als ironisches Wortspiel gelesen werden: 1992 ist der Fall der innerdeutschen Grenze nur wenige Jahre her, aber in den Köpfen der Menschen aus Ost und West noch nicht angekommen. Dieselbe Problematik zeigt sich bei der Öffnung der innereuropäischen Grenzen nach dem Schengener Abkommen. So wie der Vorpommer Jahn den westdeutschen Jäger Walther nicht versteht, so verstehen auch 2012 viele Deutsche noch immer ihnen fremde Kulturen, mit denen sie konfrontiert werden, nicht. So schwelt der Konflikt auf vielen Ebenen und die deutsch-polnische Grenze wird zum Symbol der Trennung, auch wenn sie offen und durchlässig ist. Sie wird im Verlauf der Erzählung mehrfach von verschiedenen Figuren überschritten und doch bleibt am Ende der Erfolg dieser Grenzüberschreitungen auf beiden Seiten fraglich und fragil. 

Merle Kröger thematisiert Themen, über die nicht nur in Vorpommern gesprochen werden sollte, oder besser: gesprochen werden muss. Dass die Fremdenfeindlichkeit hier existiert, kann nicht bestritten werden. Im Buch finden sich neben einem Nazi-Mob auch ein Parteivertreter der NPD, der seine ideologischen Ergüsse ganz ungestraft vor Schulkindern vorträgt, weil der Lehrer "dass alles doch nicht so schlimm findet, ist doch nur die Wahrheit." Jedoch bleibt der Roman eine Beschreibung der Zustände und gibt nur wenig Erklärung dafür, warum nun genau im ländlichen Raum in Vorpommern die Rate der Rechtswähler bis zu 30 % beträgt. Auf der anderen Seite des Konflikts stehen die eingewanderten Familien aus Rumänien, die im Kollwitzer Heim auf ihre Papiere warten. Nur wenige Einwohner nähern sich ihnen ab, von den meisten werden sie abgelehnt oder sogar bedroht. Merle Kröger zeigt ihren Lesern in "Grenzfall" auch diese andere Seite und gibt Einblick in die Kultur und die Lebensauffassung der Roma und Sinti. Dabei umschifft sie geschickt eine romantisierte Darstellung, wie sie so häufig existiert.

Die nicht mehr ganz junge Mattie Junghans ist die Verbindung zwischen allem. Was genau Mattie eigentlich macht, ist nicht ganz klar. Früher ein Programmkino, dann ein Shaolin-Kloster im Norden Deutschlands und jetzt Öffentlichkeitsarbeit für eine Berliner Anwaltsfirma - Matties Lebensentwürfe verändern sich immer mal wieder. Sie macht sich gut neben den Berliner Anwälten, die mit der Mate in der Hand die Welt zu einem besseren Ort machen. Und trotzdem  - so richtig passt Mattie dann doch nicht ins hippe und alternative Berlin. Grenzen gibt es eben überall.

Alles in Allem

"Grenzfall" ist ein spannender Kriminalroman, der durchgehend überzeugend kann, obwohl schnell klar ist, wer hier gemordet hat. Merle Kröger zeigt dem Leser Grenzen jeglicher Coleur - im Kopf, im Herzen, im Verstand und geographische. Ein politscher Krimi aus Mecklenburg-Vorpommern, der einem wieder ins Gedächtnis ruft, dass hier nicht alles nur schön und idyllisch ist.

Bechdel-Test

Volle [3/3] Punkten.

Merle Kröger
"Grenzfall"
Argument-Verlag, 2013
347 Seiten


Mal rauskommen: Schloss Stolpe auf Usedom

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9. August 2013 von

via wikipedia
Wenn ich nicht gerade versuche meine Abschlussarbeit zu schreiben oder zum gefühlt tausendsten Mal im Prüfungsamt sitze, dann muss ich gelegentlich mal rauskommen. Schon vor einer Weile habe ich mit Freunden außerdem darüber philosophiert, dass wir kaum etwas von der Umgebung oder vom Rest des Bundeslandes zu sehen bekommen, wenn nicht gerade durch das Fenster eines Regionalzugs. Insofern war es ein schöner Zufall, als ein guter Freund einen Ausflug vorgeschlagen hat. Und was kann man sich besser anschauen als alte Herrenhäuser und Parks?

Eines der drei Ziele war heute also das Schloss Stolpe auf Usedom. Nach einem Umweg über Groß Polzin mit dem Wasserschloss Quilow (dazu ein anderes Mal mehr) ging es nach Stolpe auf Usedom. Hier haben sich auf jeden Fall schon mehr Menschen herumgetrieben als in Quilow. Das Schloss - mehr ein Herrenhaus - wurde im 16. Jahrhundert gebaut und war über Jahrhunderte der Sitz einer Nebenlinie der Familie von Schwerin. Heute dient es vor allem als Ort für Kulturveranstaltungen und Konzerte. Wir hatten das Glück, dass sich ein Pianist gerade warm spielte, was eine sehr hübsche Untermalung bei der Besichtigung abgab.  Im Obergeschoss werden wechselnde Ausstellungen von Grafikern und Künstlern gezeigt. Außerdem ist das Bibliothekszimmer des Hauses gleichzeitig auch ein Bücherbasar, in dem man stundenlang herumgraben und Bücher gegen eine kleine Spende erwerben oder sogar tauschen kann. Raritäten und wertvolle Ausgaben werden zu festgelegten Preisen angeboten. Ich konnte mich natürlich nicht zurückhalten, habe aber am Ende nur 2 Bücher mitgenommen. 

Nicht weit vom Schloss entfernt gibt es außerdem ein Wisentgehege zu besichtigen. Wenn man der Straße danach weiter folgt, kommt man schnell nach Ückeritz oder Bansin, wo es sich am Strand herrlich in den mitgenommenen Büchern lesen lässt.


Gefunden: Bücher im Baum

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13. Juli 2013 von

Hier in Greifswald kann man auch an Bücher kommen, ohne dass es viel Geld kosten muss und ohne, dass die Bibliotheken geöffnet sind. Denn es gibt Orte in der Stadt, an denen jeder Bücher mitnehmen und abgeben kann - so dass andere Menschen sie lesen können.

Der erste Ort befindet sich am Pariser in der Kapaunenstraße. Rechts neben dem Pariser selbst befindet sich ein Kasten, der in den Zaun eingebaut ist und dem sich eigentlich immer Bücher befinden, die lohnenswert erscheinen. Außerdem steht Greifswalds Bücherbaum inzwischen in Wieck - an der Bushaltestelle neben der Wiecker Brücke. Wie immer ist er gut gefüllt und als Person unter 1,80 fällt es schwer, auch an die obersten Fächer heranzukommen. Ich weiß leider nicht, wie lange er dort stehen wird, bevor er wieder an einen anderen Ort in der Stadt wandert. Die Bücher liegen in Fächern, die durch Plexiglasscheiben verschlossen werden, so dass nichts durch Wind und Regen beschädigt werden kann. Das Projekt wurde übrigens von den Bücherfreunden Greifswald e.V. gestartet.

Die Idee, Bücher kostenfrei an andere Menschen weiterzugeben, gibt es schon lange in verschiedenen Formen. Neben den Little Free Libraries, die Menschen selbst bauen und an ihre Grundstücksgrenzen stellen, existieren an vielen Orten inzwischen Bücherbäume, die entweder so mobil sind wie in Greifswald, oder aber an einer Stelle bestehen bleiben. 

Der Wiecker Bücherbaum jedenfalls hat mir ein schönes Geschenk gemacht, als ich in einem seiner Fächer Philipp Pullmans "His Dark Materials" gefunden habe. Sogar komplett.

 photo buumlcherbaum.png


Leider scheint es noch keine umfassende Übersicht zu geben, wo genau sich in Deutschland die Bücherbäume befinden. Gibt es in Euer Stadt auch solche Bäume? Wie sehen sie aus?


Gelesen: Meine Ostsee

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9. Juli 2013 von

 photo DSCN0899.jpg Die Stadtbibliothek Greifswald bietet eine Reihe Bücher mit regionalen Inhalten. Neben Büchern zu Vorpommern gibt es auch Romane, Anthologien und Sachbücher zur restlichen Ostseeregion. Ich habe mir in der letzten Woche einige davon mitgenommen, denn Vorpommern ist inzwischen so zu meiner Heimat geworden, dass Literarisches zur Region genau das Richtige für mich ist. Nummer eins in der Reihe ist "Meine Ostsee. Literarisches von Flensburg bis Usedom", herausgegeben von Gregor Grumpert und Ewald Tucai.

[...] - und da liegt Mütterchen Ostsee. Die Straße führt durch Haffkrug, Scharbeutz, Timmendorfer Strand.
Wir sind im Herbst, und Villen, Hotels und Kurhäuser stehen leer; nur hier und da ragt noch ein Strandkorb mit Wimpeln und einer Fahne; die Manikürfräulein sitzen gelangweilt vor den Frisiersalons in der Sonne und putzen sich selber die Nägel, um nicht aus der Übung zu kommen; Hunde lungern herum und schnüffeln in alten Zeitungen, lesen und heben ein Bein, die Ostsee ist eigentlich schon zugedeckt.

Darum geht es

Kurt Tucholsky, aus dessen Skizze "Fahrt ins Glück" das Zitat stammt, ist nur einer der vielen Autoren, die die beiden Herausgeber zusammengetragen haben, um diese kurzweilige Anthologie zu füllen. Die Texte stammen aus einem Zeitraum ab Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Nicht nur berühmte Autoren kommen hier zu Wort, sondern auch solche, die heute nur noch wenig bekannt sind. Viele von ihnen sind auf die eine oder andere Weise mit den beschriebenen Gegenden verbunden, andere kommen zur Erholung an die Ostsee. In den 7 Kategorien finden sich so Texte, in denen über Quallen nachgedacht wird (Alfred Kerr - "Quallen"), Briefe aus dem Urlaub (Rainer Maria Rilke, Franziska Gräfin zu Reventlow), romantische Volkssagen (Adelbert von Chamisso) und sehnsuchtsvolle Texte, die die Heimat beschreiben (Ernst Moritz Arndt, Thomas Mann).

Das meine ich

Die Texte in "Meine Ostsee" sind so vielfältig wie das Meer selbst. Heiteres steht neben Ernsthaftem; es finden sich private Beobachtungen, Geschichtliches, Lyrik - für jeden Leser sollte das Richtige dabei sein. Im besten Fall schlägt man am Ende die Namen und Daten der Schriftsteller nach und liest in ihren Büchern weiter; im schlechtesten Fall hat man ein paar entspannte Stunden mit Texten verbracht, die das Meer in greifbare Nähe rücken.

Alles in Allem

Eine schöne Anthologie, die man zu jeder Jahreszeit wieder zur Hand nehmen kann und die Lust macht, neue Autoren zu entdecken.

Meine Ostsee. Literarisches von Flensburg bis Usedom
Gregor Gumpert/Ewald Tucai
Wachholtz Verlag Neumünster 2013
247 Seiten


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