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Prejudice is never good.
025. März 2015 von Unknown
Today I came across a blog article on the question, why men choose not to read books written by women on feministing.com. It made me think about my own reading habits and I counted all the books written by women I read last year. It's astonishing to notice, that it is not even a third of the total amount of books I read.
While I agree with the authoress that women's voices are equally important and their stories should be read by both genders, I thought about the circumstances that may contribute to the men's behaviour described in the article.
For once, literature history is - until the 20th century - a male-dominated area. Look at the canon of what is generally considered "world literature" and you will find very few female writers, whose works made it into the lists. Since canons are made by people, and those people have been exclusively male for a long, long time, it's not surprising. Those readers, who have a deeper look at the published works in the last centuries can still find a ton of books by female writers, which simply were not recognized by the male critics in such a way that they are still widely known.
But even today there is prejudice against the writings of female authors - not only uttered by men, but also by women. I am one of the critics myself, because I feel highly unsatisfied that apparently a lot of female writers restrict themselves on the genres of so-called chick literature or young adult stories. It feeds the argument, that women write about "love and feelings and shopping", which is not of much interest to many men.
In the segment of mainstream literature that has the goal of entertaining its readers rather than discussing a critical issue in a fictional text, market mechanisms are the foundation of what is to be published and what is not. If there are many women who'd like to read romance novels about young women getting woed by hot looking millionaires with unusal sexual desires, then that is what is published in large scale. And if the author of such novels is female, writing for women - then it may sell even better.
But then we, as women, should not wonder about men's aversion against books by female authors. Instead maybe we should start to suggest really good books by female authors to others, to make it known that women can write about a lot more than romance, shallow gossip or shopping lists.
Kategorie Frauen, Kritik, Persönliches
Gelernt: Bechdel-Test
010. Juli 2013 von Unknown
Darüber, wie Frauen in Werken fiktionaler Natur dargestellt werden, haben schon viele Menschen - Männer wie Frauen - nachgedacht. Dass weibliche Figuren lange Zeit fast ausschließlich über ihre Beziehungen zu männlichen Figuren definiert wurden, verwundert angesichts der sozialen Verhältnisse vergangener Epochen nicht. Dass sich aber an dieser Darstellungsweise grundlegend noch nicht sehr viel geändert hat, überrascht. Allerdings hat nicht jeder Mensch die Lust oder Zeit, sich erst Gedanken darüber zu machen, ob die Darstellung der weiblichen Figuren ansprechend gestaltet sind, Hier bietet sich der Bechdel-Test an, der ein erster Indikator für die Figurendarstellung sein kann.
Dieser Test entstand 1985 in Alison Bechdels Comic Dykes to Watch out for. In seiner einfachsten Variante gibt er drei Parameter vor:
- Es existieren 2 [namentlich bekannte] weibliche Figuren,
- die miteinander ein Gespräch führen,
- in dem es nicht um Männer geht.
Eigentlich eine ganz einfache Sache, möchte man meinen, und vielleicht im Jahr 2013 auch eine Selbstverständlichkeit? Auf der Webseite bechdeltest.com werden schon seit einigen Jahren Filme nach diesen Parametern bewertet und aufgelistet. Wirft man einen Blick auf die Bewertungen der aktuellen Box Office Liste (laut imdb.com) sieht es so aus:
Despicable Me 2 (3/3), Lone Ranger (1/3), Heat (3/3), Monsters University (1/3), World War Z (3/3 although dubious), White House Down (2/3), Man of Steel (3/3 although dubious), Kevin Hart: Let me explain (no rating), This is the End (1/3), Now you see me (1/3)
Aus 10 Filmen schaffen es 4 alle 3 Anforderungen zu erfüllen, wobei 2 Filmen dabei bescheinigt wird, dass die Bewertung nicht ganz eindeutig ist; in World War Z sind es die Töchter die ein paar Zeilen sprechen, bei Man of Steel sind es nur sehr wenige Einzeiler. 5 Filme erreichen nicht 3 Punkte, einer wurde noch nicht bewertet.
Natürlich ist der Bechdel-Test kein Mittel um zu zeigen, wie feministisch ein Film ist. Auch kann er nicht sagen, wie sich die Beziehungen zwischen den Figuren im Einzelnen gestalten. "Twilight" wird zum Beispiel ein Ergebnis von 3/3 bescheinigt und trotzdem sollte jeder Frau klar sein, dass diese Art von Beziehung auf grundlegend falschen Verhaltensmustern basiert. Aber der Test kann doch zumindest darauf hinweisen, dass Frauenrollen häufig noch immer Traditionen verhaftet sind, die der Lebensrealität von 2013 nicht entsprechen (sollten).
Ob und inwieweit sich der Test auf Literatur übertragen lässt, bleibt offen. Ich werde ihn in Zukunft auf meine Rezensionen von Romanen und Novellen anwenden und sehen, welche Ergebnisse dabei entstehen.
Kategorie Kritik
Gedacht: Lesen lernen!
03. Juli 2013 von Unknown
Fast alle Menschen in diesem Land haben in der Schule Lesen und Schreiben gelernt. Im Verlauf ihrer Schuljahre sind sie von mal mehr, mal weniger guten Deutschlehrern dazu aufgefordert worden Bücher zu lesen und zu interpretieren. Viele von uns haben in dieser Zeit sicher auch gern auf so genannte Lektüreschlüssel und die guten alten Reclam-Interpretationen zurückgegriffen. Und manche von uns sind mit ihren eigenen Denkansätzen an der Unflexibilität ihrer Deutschlehrer gescheitert. Nur kritisches Lesen haben wir fast alle nicht gelernt.
Vielen ist das Lesen an sich im Unterricht so vermiest worden, dass sie es ganz oder fast völlig aufgegeben haben. Jedes Buch wird zur Qual und wenn der Name des Autors schon einen Klassiker impliziert, ergreift der Mensch die Flucht. "Klassiker zu lesen ist nur was für Germanistik-Studentinnen," so wird argumentiert, "alle anderen interessiert das doch nicht!" Wenn dann Bücher doch zur Hand genommen werden, dann wird nicht gelesen - es wird konsumiert. Natürlich ist Unterhaltungsliteratur dazu da so gelesen zu werden. Sie ist wenig anstrengend, schnell zu lesen und einfach aufgebaut. Es spricht nichts gegen sie und ich kenne niemanden, der nicht gern Unterhaltungsromane liest, denn man kann nicht immer ein denkender Leser sein.
Die Gefahr besteht nur darin, dass man sich in seiner Lesekomfortzone einrichtet. Wenn man sich ein neues Buch aussucht, dann weiß man schon, was man bekommt: der eine liest seichte Liebesgeschichten von Danielle Steele und Nicolas Sparks, der andere verschlingt einen Krimi nach dem anderen - immer in der Sicherheit, dass so etwas Monströses in seiner Lebenswelt nicht vorkommen kann. Und am Ende wird der Mörder ja auch immer gefasst. Die Schemata der Handlungen sind bekannt, die Gefühlslage reproduzierbar und Lesen wird zur Entspannung.
In der Literaturwissenschaft heißt es: Literatur imitiert die Wirklichkeit -sie ist Mimesis. Sie unterscheidet sich darin, wie sie die Wirklichkeit darstellt - genauso wie Maler über die Jahrhunderte verschiedene Malstile erfunden haben. Im Kern aber bildet sie die Wirklichkeit ab. Und die Realität ist eben nicht immer schön. Viele Autoren haben unter Gefahr für Eigentum und Leben geschrieben, sie haben die Misstände ihrer Zeit aufgedeckt und kritisiert. So sind Bücher entstanden, die wir nicht in das Fach der Unterhaltungsliteratur stecken können. Sie verlangen nach einem aufmerksamen, nach einem kritischen Leser. Im besten Fall bleiben sie bei uns, manchmal sogar ein Leben lang. Es gibt Bücher, über die man Jahre nachdenken kann. Es gibt Bücher, deren Handlung uns abstoßen müsste - wie Nabokovs "Lolita" - und die wir dennoch lesen. Sie sind schmerzhaft, unbequem, beängstigend und sie eröffnen uns einen Blick auf die Realität, den wir bisher vielleicht nicht kannten. Wir lernen aus ihnen, sie vermitteln uns Werte und Moralvorstellungen und bringen uns im besten Fall dazu, über uns selbst und die Welt in der wir Leben nachzudenken. Nicht umsonst haben die Nationalsozialisten 1933 Bücher verbrannt. Bücher können gefährlich sein.
Deshalb soll mein Appell sein: Lernt kritisches Lesen! Verlasst eure Lesekomfortzone und wagt euch vor in Gebiete, die ihr lange nicht gelesen habt - oder vielleicht noch nie? Vergesst eure Deutschlehrer, vergesst die Lektüreschlüssel und Interpretationen und lest die Bücher vorbehaltslos. Scheitern ist erlaubt und unumgänglich. Nicht jeder Autor wird euch gefallen und muss es auch gar nicht. Beginnt mit Büchern, die nah an dem sind, was euch bisher interessiert hat. Gebt nicht gleich auf, wenn euch das Lesen schwer fällt, wenn es nur langsam voran geht oder euch langweilig erscheint. Dann versucht euch ein Ziel zu setzen: Ich lese mindestens 50 Seiten, wenn es dann noch doof ist, lege ich es wieder weg. Geht in die Bibliothek und fragt gezielt nach Büchern. Und wenn ihr sie gelesen habt, dann sprecht darüber - mit euren Partnern, mit Freunden, Eltern, im Lesekreis, schreibt darüber in euren Blogs. Reflektiert, was ihr gelesen habt. Traut euch, ein kritisches Urteil abzugeben.
Kategorie Kritik
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